Stella Hamberg. das ist das

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Stella Hamberg. das ist das

27.11.2021 — 04.05.2024

Stella Hamberg, das ist das, 2015/2021, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © Künstlerin, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Stella Hamberg, das ist das, 2015/2021, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © Künstlerin, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Stella Hamberg, das ist das, 2015/2021, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © Künstlerin, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Stella Hamberg, das ist das, 2015/2021, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © Künstlerin, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Stella Hamberg, das ist das, 2015/2021, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © Künstlerin, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Stella Hamberg, das ist das, 2015/2021, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © Künstlerin, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Stella Hamberg, das ist das, 2015/2021, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © Künstlerin, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Stella Hamberg, das ist das, 2015/2021, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © Künstlerin, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt

Wer sich von der Katharinenstraße aus dem Eingang des MdbK nähert, schaut in den aufgerissenen Schlund eines riesenhaften Raubfisches. Unweigerlich erinnert der Anblick an einen gigantischen Hai, dessen Gebiss auf einem Sockel präsentiert wird. Wie ein urzeitliches Fundstück wird das Gebiss präsentiert und erschließt sich den Betrachtenden erst beim Herumgehen und vorsichtigen Näherkommen. Hierbei handelt es sich um die gut 1,20m hohe Bronzeskulptur das ist das der in Berlin lebenden Bildhauerin Stella Hamberg.

Die Oberfläche ist wie die Gesamtform der Skulptur ganz in Vibration und Bewegung. Die matte, dunkle Schwarzbrand-Patina der Bronze betont dabei das Rohe und Materialhafte. Das Werk offenbart Gegensätze – der Kiefer mit seinen spitzen Zähnen scheint zwischen Lebendigkeit und fossilierter Starre zu verharren. Auch wenn der Körper des Ungetüms fehlt, suggeriert der aufgerissene Rachen unbändige und gefährlich-unmittelbare Kraft.

Kunst soll treffen und berühren, sie kann sperrig sein und "zubeißen". Zugleich fasziniert sie in ihren Möglichkeiten: ein Stück Raum wird zum Meer oder Traumbild und lädt dazu ein mit einem Blick durch die Zahnreihen selbst die Perspektive zu wechseln. Kunst zu erleben wird hier zu einer physischen Erfahrung, da das Werk mit seiner Vielansichtigkeit zur Interaktion bewegt.

Die Arbeit ist Teil der Werkreihe Neutron, für die Stella Hamberg ihren Bezugs- bzw. Ausgangspunkt in Naturformen nimmt. In Anlehnung an wesentlichen Positionen der Moderne, zu nennen wäre vor allem Rodin, betreibt die Künstlerin dabei – mal mehr und mal weniger – die Lösung des Motivs vom Gegenstand zugunsten von Rhythmus, Masse und Öffnung. Es entstehen abstrakte Formationen, die sich zum Umschreiten eignen ohne dabei ihre Geheimnisse preiszugeben.

Stella Hamberg (* 1975) studierte Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste Dresden und war bis 2006 Meisterschülerin von Prof. Martin Hornert. Sie lebt und arbeitet derzeit in Berlin. 2006 erhielt sie das Karl Schmidt-Rotluff-Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes und 2018 erhielt sie den Maria Werefkin-Preis. Derzeit ist noch bis 27.02.2022 eine große Retrospektive ihrer Arbeiten im Arp Museum (Remagen) zu sehen.

Die Bronze das ist das ist voraussichtlich bis Mai 2024 vor dem MdbK zu sehen.

Stella Hamberg, das ist das, 2015/2021, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © Künstlerin, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Stella Hamberg, das ist das, 2015/2021, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © Künstlerin, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt