Zero Waste

Vorschau

Zero Waste

27.03. — 21.06.2020

Irwan Ahmett & Tita Salina, Very Very Important Fish (Still), 2013, Credit to Logout Corps, Jakarta 32º, © Künstlerduo
Irwan Ahmett & Tita Salina, Very Very Important Fish (Still), 2013, Credit to Logout Corps, Jakarta 32º, © Künstlerduo
Michel de Broin, Shared Propulsion Car, 2005,  Stills aus der Videodokumentation New York 2015, © Künstler
Michel de Broin, Shared Propulsion Car, 2005, Stills aus der Videodokumentation New York 2015, © Künstler
Vibha Galhotra, Breath by Breath, 2016/17, Foto: Rajesh Kumar, © Künstlerin
Vibha Galhotra, Breath by Breath, 2016/17, Foto: Rajesh Kumar, © Künstlerin
Swaantje Güntzel, Mikroplastik II, 2016, Foto: Henriette Pogoda, © VG Bild-Kunst Bonn, 2020
Swaantje Güntzel, Mikroplastik II, 2016, Foto: Henriette Pogoda, © VG Bild-Kunst Bonn, 2020
Christoph Medicus, Miss calculations poetry is the working class heroin (Unterschlupf), 2016, (AusstellungsansichtBetakontext Berlin, 2016), © VG Bild-
Kunst Bonn, 2020
Christoph Medicus, Miss calculations poetry is the working class heroin (Unterschlupf), 2016, (AusstellungsansichtBetakontext Berlin, 2016), © VG Bild- Kunst Bonn, 2020
Raul Walch, Laborant‘s Pause, 2018, © Künstler
Raul Walch, Laborant‘s Pause, 2018, © Künstler

Müll ist überall: als gigantischer Strudel im Pazifik, Feinstaub in der Luft und Mikroplastik in der Nahrungskette. Die Gruppenausstellung „Zero Waste“ zeigt internationale Positionen zeitgenössischer Kunst, die auf die Dringlichkeit verweisen, Ressourcen zu schonen, weniger zu konsumieren und nachhaltiger zu leben. In Installationen, Videos, Skulpturen und Fotografien untersuchen die beteiligten KünstlerInnen globale Konsequenzen von Plastikverpackungen, Reifenabrieb, giftigen Chemikalien und Überproduktion. „Zero Waste“ wird realisiert vom Umweltbundesamt in Kooperation mit dem MdbK und kuratiert von Hannah Beck-Mannagetta und Lena Fließbach.

Täglich verwehen Fetzen der als „mar de plástico“ bekannten Gemüseplantagen in Südspanien ins Meer. Raul Walch dienen sie als Material für sein raumgreifendes Mobile. Das Künstlerduo Irwan Ahmett und Tita Salina überführt für seine Videoarbeit einen kleinen Fisch von einem vermüllten Gewässer in Jakarta in einen kristallklaren Fluss. Während Erik Sturm Feinstaub von Fensterbänken stark befahrener Straßen kratzt, um daraus Farbe herzustellen, führt Swaantje Güntzel in ihren Fotografien und Objekten die Auswirkungen von Mikroplastik aus Kosmetikprodukten auf Meerestiere vor Augen. In seinem Labor experimentiert Dani Ploeger mit dem von Herstellern bewusst herbeigeführten Alterungsprozess elektronischer Geräte und Eliana Heredia arbeitet in ihrer Installation mit Wegwerfprodukten und Reinigungsmitteln.

Die Ausstellung möchte nicht nur einen kritischen Blick auf den aktuellen Zustand unserer Erde werfen, sondern Lösungsansätze diskutieren, zu alternativen Handlungsmöglichkeiten anregen und Visionen für die Zukunft entwerfen. Nicht zuletzt hinterfragt das Projekt auch den verschwenderischen Umgang mit Ressourcen in der Kunstwelt sowie den CO2-Fußabdruck der Ausstellung selbst.

"Zero Waste" wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Führungen und Filmgespräche mit Aktivist_innen und Wissenschaftler_innen sowie Performances wie das interaktive „Black-Cloud“-Drachenfliegen von Vibha Galhotra oder die Zero-Waste-Küche von Kadija de Paula und Chico Togni erweitern die Ausstellung ebenso wie DIY-Workshops und Repair Cafés mit lokalen Partner_innen für Kinder und Erwachsene. Das Programm wird ergänzend mit freundlicher Unterstützung des Fonds Soziokultur e.V. realisiert.

„Zero Waste“ präsentiert Arbeiten von Irwan Ahmett & Tita Salina, Michel de Broin, Nadine Fecht, Vibha Galhotra, Tue Greenfort, Andreas Greiner, Swaantje Güntzel, Eliana Heredia, Bianca Kennedy & The Swan Collective, Wolf von Kries, Christoph Medicus, Klara Meinhardt, Alexander Oelofse, Kadija de Paula & Chico Togni, Dani Ploeger, Mika Rottenberg, Erik Sturm und Raul Walch.

"Zero Waste" realisiert das Umweltbundesamt innerhalb seiner Programmreihe „Kunst und Umwelt“. Wie können und wollen wir in Zukunft leben, ohne unsere Lebensgrundlage zu zerstören? Wie können wir lernen, neue Wege zu denken? Und wie kommen wir vom Wissen zum Handeln? Kunst und Kultur können einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Verständigungsprozess über Zukunftschancen und nachhaltige Entwicklung in unserer Gesellschaft leisten. Seit Mitte der achtziger Jahre pflegt das Umweltbundesamt, Deutschlands zentrale Umweltbehörde, deshalb mittels dieser Reihe den Dialog mit Kunstschaffenden.

Eröffnung: 26.03.2020, 18 Uhr

Michel de Broin, Shared Propulsion Car, 2005,  Stills aus der Videodokumentation New York 2015, © Künstler
Michel de Broin, Shared Propulsion Car, 2005, Stills aus der Videodokumentation New York 2015, © Künstler