Olga Costa. Dialoge mit der mexikanischen Moderne

Aktuell

Olga Costa. Dialoge mit der mexikanischen Moderne

01.12.2022 — 26.03.2023

Olga Costa, La vendedora de frutas (Die Obstverkäuferin), 1951, Acervo Museo de Arte Moderno, INBAL / Secretaría de Cultura, © VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
Olga Costa, La vendedora de frutas (Die Obstverkäuferin), 1951, Acervo Museo de Arte Moderno, INBAL / Secretaría de Cultura, © VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
Olga Costa um 1945, © Instituto Estatal de la Cultura de Guanajuato, Fondo Documental y Bibliográfico José Chávez Morado y Olga Costa, Guanajuato
Olga Costa um 1945, © Instituto Estatal de la Cultura de Guanajuato, Fondo Documental y Bibliográfico José Chávez Morado y Olga Costa, Guanajuato
Olga Costa, Autorretrato (Selbstbildnis), 1947, Colección Andrés Blaisten, © VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
Olga Costa, Autorretrato (Selbstbildnis), 1947, Colección Andrés Blaisten, © VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
Olga Costa, Campos labrantíos (Ackerflächen), 1968, Acervo Museo de Arte Moderno, INBAL / Secretaría de Cultura, Foto: Alejandro Mejía Islas © VG Bild-Kunst Bonn, 2022, / SOMAAP
Olga Costa, Campos labrantíos (Ackerflächen), 1968, Acervo Museo de Arte Moderno, INBAL / Secretaría de Cultura, Foto: Alejandro Mejía Islas © VG Bild-Kunst Bonn, 2022, / SOMAAP
Olga Costa, Niña con sandalias (Mädchen mit Sandalen), 1950, Courtesy Galería de Arte Mexicano, Mexiko-Stadt, © VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
Olga Costa, Niña con sandalias (Mädchen mit Sandalen), 1950, Courtesy Galería de Arte Mexicano, Mexiko-Stadt, © VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
Frida Kahlo, Los cocos (Die Kokosnüsse), 1951, Acervo Museo de Arte Moderno, INBAL / Secretaría de Cultura, © Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museums Trust / VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
Frida Kahlo, Los cocos (Die Kokosnüsse), 1951, Acervo Museo de Arte Moderno, INBAL / Secretaría de Cultura, © Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museums Trust / VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
María Izquierdo, Altar de dolores (Altar der Schmerzen), 1946, Courtesy Galería de Arte Mexicano, Mexiko-Stadt, © VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
María Izquierdo, Altar de dolores (Altar der Schmerzen), 1946, Courtesy Galería de Arte Mexicano, Mexiko-Stadt, © VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
Carlos Mérida, El amor anda suelto (Die Liebe geht um), 1940, Colección Pérez Simón, Foto: Rafael Doniz, © VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP
Carlos Mérida, El amor anda suelto (Die Liebe geht um), 1940, Colección Pérez Simón, Foto: Rafael Doniz, © VG Bild-Kunst Bonn, 2022 / SOMAAP

In ihrer Wahlheimat Mexiko ist die gebürtige Leipzigerin Olga Costa (1913–1993) längst als eine der wichtigsten und populärsten Protagonistinnen der mexikanischen Moderne bekannt. Das Museum der bildenden Künste Leipzig widmet ihr nun eine große Ausstellung in ihrer Geburtsstadt. Es ist zugleich das erste Mal überhaupt, dass Costas Werk in Europa monografisch zugänglich wird. Ihr vielschichtiges Œuvre umfasst vor allem Malerei, aber auch Zeichnungen und druckgrafische Werke sowie Tapisserien und eine in Mosaik ausgeführte Wandgestaltung. Die Ausstellung bietet Gelegenheit, Costas Schaffen in dieser medialen Bandbreite sowie im Kontext mit anderen mexikanischen Künstlerinnen und Künstlern kennenzulernen.

Die Ausstellung im MdbK zeichnet das Schaffen von Olga Costa über einen Zeitraum von mehr als vierzig Jahren nach und verortet es zugleich in seinem zeitgenössischen mexikanischen Kontext. Als Auftakt begegnen wir in einem frühen Selbstbildnis der selbstbewussten Malerin im Patio ihres Hauses. Es folgt eine prägnante Auswahl von Costas Werken aus allen Schaffensphasen. Im Zentrum steht die großformatige Auftragsarbeit La vendedora de frutas (Die Obstverkäuferin) von 1951, eine Ikone der mexikanischen Moderne. Gewissermaßen als Rückschau widmet sich die anschließende Sektion den Voraussetzungen von Costas Werk und skizziert die künstlerische Situation bei ihrer Ankunft im postrevolutionären Mexiko. Frida Kahlo, Diego Rivera und Gerardo Murillo (auch genannt Dr. Atl) sind hier ebenso vertreten wie Costas akademischer Lehrer Carlos Mérida und ihr Ehemann José Chávez Morado. Weitere Kapitel kreisen um inhaltliche Fragen nach der mexikanischen Identität (Mexicanidad), geschlechterspezifischen Rollen- und Körperbildern und Netzwerken mexikanischer Künstlerinnen. Die Auseinandersetzung Costas mit der fantastischen Malerei ist ebenso ein Schwerpunkt der Ausstellung wie die Landschaftsauffassung und ihr poetisches Naturverständnis. In ihren Stillleben inszeniert Costa zuweilen auch Objekte indigener Kultur, die sie gemeinsam mit ihrem Mann zusammengetragen hatte, wodurch auch die Rolle der Künstlerin als Sammlerin angedeutet ist.

Immer wieder treten Costas Werke in Dialog mit Arbeiten ihrer Zeitgenossinnen und Zeitgenossen, darunter Frida Kahlo, Diego Rivera, María Izquierdo, Rosa Rolanda, Lola Cueto, Alice Rahon, Juan Soriano und anderen. Neben Gemälden sind Fotografien, Textilarbeiten, Handzeichnungen und Druckgrafiken zu sehen. Insgesamt ergibt sich hierdurch auch ein Panorama der mexikanischen Kunst zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Auf nahezu der gesamten Fläche im Untergeschoss des MdbK führt die Ausstellung rund 80 Leihgaben zusammen, u. a. aus dem Museo de Arte Moderno in Mexiko-Stadt, dem Museo de Arte Olga Costa – José Chávez Morado in Guanajuato, dem National Museum of Mexican Art in Chicago sowie aus internationalen Privatsammlungen. Hinzu kommen 14 Werke aus dem eigenem Bestand des MdbK, darunter ein bedeutendes, bislang wenig beachtetes Konvolut von Grafiken des einflussreichen Taller de Gráfica Popular (Werkstatt der Volksgrafiker, TGP). Hierbei handelt es sich um ein aktivistisches Künstlerkollektiv aus Mexiko-Stadt, dessen Mitglieder über das leichter zu verbreitende Medium der Druckgrafik auf soziale und politische Probleme ihres Landes aufmerksam machten. Diese Blätter bezeugen auch das frühe und anhaltende Interesse an der mexikanischen Moderne in Leipzig.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Instituto Estatal de la Cultura de Guanajuato und dem Instituto Nacional de Bellas Artes y Literatura (INBAL) in Mexiko und wurde unter Einbeziehung eines wissenschaftlichen Beirates, dem Expertinnen und Experten aus Mexiko angehören, konzipiert.

Die Ausstellung wurde möglich durch die Förderung der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, der Peter und Irene Ludwig Stiftung und der Förderer des Museums der bildenden Künste Leipzig e. V..
Die Ausstellungseröffnung wird unterstützt von der Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten.

Der Katalog zur Ausstellung ist im Hirmer Verlag in einer englischen und einer deutschen Ausgabe erschienen. Er ist im Museumsshop MZIN und im Buchhandel erhältlich.

Programmhighlights:

Führung
mit Aurelia Rager
14.12., 18 Uhr

Führung auf Spanisch
in der Ausstellung
9.12./16.12, 15 Uhr

Programm für Schulklassen:

Workshop für Schulklassen (ab Klasse 2)
OLGA IN MEXIKO
Dienstag, Donnerstag & Freitag, 10-12 Uhr


Parcours für Schulklassen (ab Klasse 6)
OLGA COSTA. VON LEIPZIG NACH GUANAJUATO
Dienstag bis Freitag (während der Öffnungszeiten)

Weitere Termine finden Sie in unserem Kalender.

Olga Costa um 1945, © Instituto Estatal de la Cultura de Guanajuato, Fondo Documental y Bibliográfico José Chávez Morado y Olga Costa, Guanajuato
Olga Costa um 1945, © Instituto Estatal de la Cultura de Guanajuato, Fondo Documental y Bibliográfico José Chávez Morado y Olga Costa, Guanajuato