Gil Schlesinger

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Gil Schlesinger

29.06. — 14.10.2018

Gil Schlesinger, Ohne Titel, 1981, Schenkung des Künstlers, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Gil Schlesinger, Ohne Titel, 1981, Schenkung des Künstlers, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Gil Schlesinger, Hammer und Sichel, 1982, Schenkung des Künstlers, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Gil Schlesinger, Hammer und Sichel, 1982, Schenkung des Künstlers, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Gil Schlesinger, Laternenfest, 1977, Privatbesitz, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Gil Schlesinger, Laternenfest, 1977, Privatbesitz, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Gil Schlesinger, Ohne Titel, 1992,  Privatbesitz, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Gil Schlesinger, Ohne Titel, 1992, Privatbesitz, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Gil Schlesinger, Ohne Titel, 2001, Privatbesitz, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Gil Schlesinger, Ohne Titel, 2001, Privatbesitz, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Geboren 1931 in Tschechien als Sohn bürgerlicher Eltern, hatte Schlesinger eine bewegte Kindheit und Jugend. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft konnte er nur die Volksschule besuchen und in den letzten Kriegsjahren entging die Familie der Deportation nach Theresienstadt nur durch Verstecken. Nach Kriegsende zog die Familie in die sowjetisch besetzte Zone, von wo aus Gil Schlesinger in der Silvesternacht 1947/48 alleine nach Israel aufbrach. Mit seiner dort geweckten Begeisterung für die Malerei im Gepäck verließ er 1955 Israel wieder und reiste auf Umwegen quer durch Europa zu seiner Mutter nach Eisleben. Zunächst arbeitete er als Theatermaler, bevor er die Fachschule für angewandte Kunst in Leipzig besuchte. Nach dem Abschluss arbeitete er zunächst in Meiningen im Engagement, dann in Leipzig.

In dieser Zeit entstanden Porträts und Landschaften, aber auch erste Abstraktionen. 1956 ging er erstmals als Künstler an die Öffentlichkeit, 1968 wurde er Vollmitglied im VBK/DDR. Seine Selbstständigkeit, das Unkonventionelle seiner Arbeit und seine abstrakte Formensprache ließen ihn zu einem weit über die Leipziger Grenzen hinausstrahlenden Fixstern des Kulturlebens werden. 1980 wurde seinem Wunsch stattgegeben, die DDR zu verlassen. Zunächst ging Gil Schlesinger nach München, später nach Pfaffenhofen/Ilm, wo er bis heute lebt und arbeitet.

Mit seinen Gemälden sprengt Schlesinger die Erwartungshaltung des Betrachters, zu radikal verwehren sich seine Werke einer traditionellen Ästhetik. Die zunächst gegenständlichen Formen werden im Laufe seines Schaffens immer stärker zu Formenzeichen abstrahiert. Von der kräftigen, warmen Farbigkeit seines Frühwerks verabschiedet er sich zugunsten eines unmittelbaren Materialerlebnisses, das durch grobe Strukturen und fehlende Grundierungen betont, durch energische Pinselzüge und Kratzspuren dynami-siert wird. In den Werkgruppen zeigt sich seine intensive Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen historischer und politischer, literarischer und kunsthistorischer aber auch autobiografischer Natur.

Gil Schlesinger, Hammer und Sichel, 1982, Schenkung des Künstlers, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Gil Schlesinger, Hammer und Sichel, 1982, Schenkung des Künstlers, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018