Christoph Ruckhäberle

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Christoph Ruckhäberle

Crippled Symmetry

08.05. — 04.08.2019

Christoph Ruckhäberle, Crippled Symmetry, Ausstellungsansicht, © Künstler, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Christoph Ruckhäberle, Crippled Symmetry, Ausstellungsansicht, © Künstler, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Christoph Ruckhäberle, Crippled Symmetry, Ausstellungsansicht, © Künstler, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Christoph Ruckhäberle, Crippled Symmetry, Ausstellungsansicht, © Künstler, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Christoph Ruckhäberle, Crippled Symmetry, Ausstellungsansicht, © Künstler, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Christoph Ruckhäberle, Crippled Symmetry, Ausstellungsansicht, © Künstler, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Christoph Ruckhäberle, Ohne Titel, 2017 © Artist
Christoph Ruckhäberle, Ohne Titel, 2017 © Artist
Christoph Ruckhäberle, Crippled Symmetry, Ausstellungsansicht, © Künstler, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Christoph Ruckhäberle, Crippled Symmetry, Ausstellungsansicht, © Künstler, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt

Christoph Ruckhäberle (*1972) ist einer der herausragenden Vertreter der zeitgenössischen Leipziger Malerei. Bis 2002 war er Meisterschüler bei Arno Rink,  seit 2016 ist er Professor für Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Auf Einladung des MdbK hat Christoph Ruckhäberle jetzt zwei Ausstellungsräume mit neun aktuellen Gemälden, zwei Skulpturen und einer großen Bodenarbeit gestaltet.

Christoph Ruckhäberles bildanalytische Leidenschaft und Experimentierfreude kulminieren in „Crippled Symmetry“ in den drei und fünf Meter hohen Skulpturen – weibliche Wesen zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. Sie sind, wie immer bei Ruckhäberle, voller Referenzen an die Kunst- und Bildgeschichte, aber auch an eigene Arbeiten. Hier hat er sich den Kubismus und Stilmittel Picassos nicht ohne Ironie angeeignet. Während die Kubisten aber die dreidimensionale Wirklichkeit in ein multiperspektivisches Flächenbild übertrugen, übersetzt Ruckhäberle diese vielfach gebrochenen Flächen aus der Malerei wieder zurück in den Raum. Das erscheint nur konsequent, denn sein Schaffen ist seit seinen künstlerischen Anfängen eine permanente Auseinandersetzung mit der bild-nerischen Tradition,  insbesondere mit der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts von der Romantik über Courbet und die Kunst der Klassischen Moderne bis hin zu Op- und Pop Art und anderem mehr.

Ruckhäberles Bilder, ob Malerei oder druckgrafische Arbeit, sind gut informierte und dabei eigenwillig poetische Formessays  zur Geschichte des künstlerischen  Sehens, in die er sich quasi einschreibt. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Genese und Metamorphose des Bildes: Wann wird  ein Bild zum Bild? Wieviel Harmonie und Dissonanz, Schönheit und Schmutz sind dazu nötig? Wieviel Introvertiertheit, Autonomie und Expression? Wieviel Ornament und wieviel Chaos? Wieviel Farbe und wieviel Materialität? Aus dem Theater dieser Gegensätze werden Bilderbühnen, die der Betrachter nicht nur mit den Augen und in Gedanken, sondern tatsächlich betreten kann, auf farbigem Linoleum. Auch die großen Skulpturen einer sitzenden und einer liegenden Frau, die an das Personal seiner Bilder aus den 2000er Jahren erinnern, sind mit farbigem Linoleum beklebt. Das Material fügt für die Wahrnehmung eine zusätzliche Abstraktionsebene hinzu.

Der Titel „Crippled Symmetry“ steht auch für das künstlerische Verfahren, mittels Zerschneiden und Collagieren einmal etablierte formale Zustände aus dem Gleichgewicht geraten zu lassen, aufzubrechen und zugleich neue ästhetische Verbindungen zu schaffen. Er reflektiert nichts weniger als den Prozess der künstlerischen Schöpfung an sich.

Christoph Ruckhäberle, Crippled Symmetry, Ausstellungsansicht, © Künstler, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt
Christoph Ruckhäberle, Crippled Symmetry, Ausstellungsansicht, © Künstler, Foto: PUNCTUM/Alexander Schmidt