Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker

Aktuell

Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker

09.10.2021 — 09.01.2022

Caspar David Friedrich, Lebensstufen, um 1834, MdbK, Foto: InGestalt / Michael Ehritt
Caspar David Friedrich, Lebensstufen, um 1834, MdbK, Foto: InGestalt / Michael Ehritt
Caspar David Friedrich, Kreidefelsen auf Rügen, 1825/1826, MdbK
Caspar David Friedrich, Kreidefelsen auf Rügen, 1825/1826, MdbK
Caspar David Friedrich, Seestück bei Mondschein, um 1827/28, Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im MdbK
Caspar David Friedrich, Seestück bei Mondschein, um 1827/28, Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im MdbK
Carl Gustav Carus, Friedhof auf dem Oybin, 1828, MdbK, Foto: InGestalt / Michael Ehritt
Carl Gustav Carus, Friedhof auf dem Oybin, 1828, MdbK, Foto: InGestalt / Michael Ehritt
Johann Christian Clausen Dahl, Hühnengrab nahe Vordingborg im Winter, 1824/25, Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im MdbK
Johann Christian Clausen Dahl, Hühnengrab nahe Vordingborg im Winter, 1824/25, Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im MdbK
Andreas Achenbach, Seestrum an der norwegischen Küste, 1837, © Städel Museum, Frankfurt am Main
Andreas Achenbach, Seestrum an der norwegischen Küste, 1837, © Städel Museum, Frankfurt am Main
Caspar David Friedrich, Frau am Fenster, 1822, © bpk/Nationalgalerie, SMB, Foto: Jörg P. Anders
Caspar David Friedrich, Frau am Fenster, 1822, © bpk/Nationalgalerie, SMB, Foto: Jörg P. Anders

Aufgrund der Verfügung des Landes Sachsen ist das MdbK bis einschließlich 12. Dezember 2021 geschlossen. Eine Zeitfensterreservierung ist daher bis auf weiteres nicht möglich. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Caspar David Friedrich (1774 Greifswald – Dresden 1840) gilt heute unbestritten als der berühmteste Maler der deutschen Romantik. Von Beginn seiner Laufbahn an war seine Kunst jedoch umstritten. Seit den 1820er Jahren wurde sie zunehmend durch die Malerei der Düsseldorfer Malerschule verdrängt und geriet nach seinem Tod für mehrere Jahrzehnte in Vergessenheit. Erst um 1880 wurde sie durch den norwegischen Kunsthistoriker Andreas Aubert wiederentdeckt.

Die Ausstellung fragt nach den Gründen für den kurzen Aufstieg und langen Fall Friedrichs im 19. Jahrhundert. Warum wendete sich die Kunstkritik, die ihn anfangs gepriesen hatte, gegen den Künstler? Welche Rolle spielt der Geschmackswandel für private Sammler, Publizistik und Publikum im 19. Jahrhundert? Caspar David Friedrich lebte in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche – von dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, der französischen Besatzung und den napoleonischen Befreiungskriegen über die Neuordnung der politischen Landkarte Europas nach 1815 bis zu den Revolutionen von 1830 und 1848. Diese politischen Ereignisse werden in seinem Werk reflektiert und beeinflussten auch dessen Rezeption.

Erstmals wird das Werk Friedrichs in einer Ausstellung gemeinsam mit Gemälden und Zeichnungen jener Zeitgenossen, Kollegen und Konkurrenten präsentiert, die ihm zu Lebzeiten in der Gunst der Kunstrichter und des Publikums den Rang abgelaufen haben. Neben zahlreichen Werken der Düsseldorfer Romantiker werden auch zeitgenössische Maler der Dresdener Romantik gezeigt. Ab 1826 stellte Friedrich zeitgleich mit der frühen Generation der Düsseldorfer Malerschule in verschiedenen Akademieausstellungen in Berlin, Dresden und anderen Orten aus. Zwar orientierten sich die Maler in Düsseldorf und Dresden durchaus an seiner Kunst, sie entwickelten aber in großformatigeren Werken zunehmend mehr Dramatik und Pathos, erzählten Geschichten und überzeugten mit technischer Raffinesse.  Die Ausstellung ermöglicht erstmals den direkten Vergleich der verschiedenen künstlerischen Positionen.

In der Ausstellung werden rund 120 Gemälde und Zeichnungen präsentiert, darunter etwa 60 Werke Friedrichs mit bedeutenden internationalen Leihgaben u.a. aus Paris, Oslo und Wien sowie aus Hamburg, Berlin und Karlsruhe. Caspar David Friedrichs Werke werden gemeinsam mit Arbeiten anderer Dresdener Maler – wie Carl Gustav Carus, Ludwig Richter, Johann Christian Clausen Dahl und Ernst Ferdinand Oehme – den Düsseldorfer Malern Andreas und Oswald Achenbach, Carl Friedrich Lessing, Johann Wilhelm Schirmer u.a.m. gegenübergestellt. Hierdurch wird nicht nur eine faszinierende Fülle an herausragender Landschaftsmalerei der Romantik in Deutschland gezeigt, sondern zugleich die Originalität der Werke und der künstlerischen Haltung Friedrichs erkennbar.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des MdbK mit dem Kunstpalast Düsseldorf  (15.10.2020–24.5.2021). Sie wurde kuratiert von Bettina Baumgärtel (Kunstpalast Düsseldorf) und Jan Nicolaisen (MdbK).

Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Ausstellungsgesprächen, Workshops, Führungen, Angeboten für Schulen u.v.m. flankiert die Ausstellung. Details finden Sie in unserem Kalender  oder hier.....

Zur Ausstellung ist im Sandstein Verlag der 208 Seiten umfassende Katalog mit zahlreichen Farbabbildungen und Texten von Bettina Baumgärtel, Johannes Grave, Florian Illies, Jan Nicolaisen und Maria Zinser erschienen. Die Museumsausgabe ist für 29,80 Euro im MdbK erhältlich, die Buchhandelsausgabe kostet 38 Euro.

Die Ausstellung in Leipzig und der Katalog wurden gefördert durch die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Art Mentor Foundation Luzern, die Rudolf-August Oetker-Stiftung und die Maximilian Speck von Sternburg Stiftung.

Caspar David Friedrich, Kreidefelsen auf Rügen, 1825/1826, MdbK
Caspar David Friedrich, Kreidefelsen auf Rügen, 1825/1826, MdbK